Behandlung von Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen Tel. 08561 - 98 84 58

Was ist Logopädie

Aufgabe eines Logopäden ist es, durch gezielte Behandlung die Kommunikationsfähigkeit von Patienten aller Altersstufen (Säuglinge, Vorschul-und Schulkinder, Jugendliche und Erwachsene) aufzubauen, zu verbessern oder wiederherzustellen. Im Rahmen der Früherkennung nehmen auch präventive Maßnahmen einen immer größeren Raum ein.

Eine logopädische Therapie wird bei vielen Kommunikationsstörungen und Schluckstörungen notwendig und arbeitet ganzheitlich: Diagnostik, umfassende Beratung sowie Behandlung gehören dazu.

In unserer Praxis werden Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Sprach-, Sprech-, Stimm- und auch alle Schweregrade von Schluckstörungen behandelt.

Kindliche Sprach- und Sprechstörungen

Eine verzögerte oder gestörte Sprachentwicklung kann alle Ebenen der Sprache und des Sprechens betreffen:

  • Hörverarbeitung
  • Mundmotorik
  • Sprachverständnis
  • Wortschatz
  • Grammatik
  • Artikulation und Redefluss.

Bei sehr kleinen Kindern können im Rahmen einer logopädischen Spieltherapie notwendige Voraussetzungen im Bereich Wahrnehmungs-, Spiel- und Kommunikationsentwicklung erworben werden. Im Vorschulalter erfolgen auf kindgerechte Weise systematischer Wortschatz- und Grammatikaufbau sowie Anbahnung und Festigung betroffener Laute. Dabei spielt die Förderung von Sprechfreude und Selbstbewusstsein eine wichtige Rolle. Daneben zeigen wir stets Möglichkeiten auf, die Sprachentwicklung zu Hause zu unterstützen.

Myofunktionelle Störungen(Orofaziale Dysfunktionen)

Unter myofunktionellen Störungen versteht man ein Spannungsungleichgewicht der Muskulaturen im Mund-/ Gesichtsbereich. Dies kann zu einer offenen Mundhaltung, falscher Zungenruhelage, falschem Schluckmuster, Gebissanomalien oder Artikulationsstörungen wie z.B Lispeln führen. 

In der Therapie erfolgen zunächst ein gezieltes Training v.a. der Zungen- und Lippenmuskulatur und das Einhalten einer korrekten Zungenruhelage. Im Anschluss wird das richtige, gegen den Gaumen gerichtete Schlucken erlernt und Artikulationsfehler können korrigiert werden. Muskelbalance und korrekte Bewegungsabläufe im Mundbereich sind auch für den dauerhaften Erfolg kieferorthopädischer Behandlungen von großer Bedeutung.

Neurologisch bedingte Sprach-, Sprech-, und/ oder Stimmstörungen

Sprach- Sprech- Stimmstörungen, sowie Fazialisparesen (Gesichtslähmungen) im Erwachsenenalter können nach verschiedenen Grunderkrankungen auftreten. Sehr häufig äussern sie sich in Form von verwaschener Sprache und / oder Wortfindungsstörungen. 

Grunderkrankungen können hier sein:

  • Schlaganfall
  • Hirnblutung
  • Schädel-Hirntraumen
  • Tumoren

Und neurologischen Erkrankungen wie z.B.:

  • Parkinson
  • MS
  • Alzheimer-Demenz
  • ALS
  • FSME

Dysphagien (Schluckstörungen)

Durch das Erlangen verschiedener hochwertiger Zertifikate im Bereich der Diagnostik und Behandlung der Dysphagien, sind wir in der Lage, in unseren Praxisräumen klinische und instrumentelle Untersuchungen des Schluckens anzubieten.

Die Grunderkrankungen, die eine Schluckstörung hervorrufen können, sind äußerst vielfältig.
Zu unserem Spektrum gehört die Untersuchung, Behandlung und Beratung von Patienten und deren Angehörigen mit folgenden Erkrankungen:

Neurogene Schluckstörung

  • z.B. nach Schlaganfällen
  • Hirnblutungen
  • bei verschiedenen progredienten Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder Parkinsonsyndrome,
  • Amyotrophe Lateralsklerose
  • Multiple Sklerose
  • etc.

Schluckstörung nach Operationen

  • wie z.B. nach Tumoroperationen im HNO-oder Mund-Kiefer-Gesichtsbereich
  • nach HWS Operationen
  • häufig auch nach Schilddrüsenoperationen
  • etc.

Kindliche Schluckstörungen (= Pädysphagie)

  • z.B. bei Frühgeborenen
  • bei Kindern mit Gebiss und Kieferanomalien und dementsprechenden geistigen und/oder körperlichen Behinderungen
  • bei Fütterstörungen und Interaktionsstörungen  zwischen Eltern und Kind
  • etc.

Schluckstörungen im Alter (Presbyphagie)

  • z.B. bei Menschen mit Demenzen oder strukturellen Veränderungen aufgrund des hohen Lebensalters
  • etc.

Psychogene Schluckstörungen unterschiedlichen Alters

z.B. Angst vor dem Schlucken verschiedener Nahrungskonsistenzen (Phagophobie)

Sonstige

  • wie z.B. Schluckstörungen nach Bestrahlungsbehandlungen oder Chemotherapien
  • Schluckstörungen bei Hals- Wirbelsäulenveränderungen und Schleudertrauma

Wir bieten eine Therapie, die individuell auf die Bedürfnisse der Betroffenen abgestimmt wird und auf den bestehenden Fähigkeiten aufbaut, damit die Kommunikationsmöglichkeiten und die Verständlichkeit sowie das Schlucken soweit wie möglich wieder hergestellt werden.

Anleitungen zum eigenständigen Üben und zur Rückerlangung von Selbständigkeit werden gegeben und unter Umständen eine Anbindung an weiterführende Maßnahmen (Hilfsmittel, zusätzliche Therapiemöglichkeiten…) ermöglicht. Die Angehörigen werden umfassend beraten und gegebenenfalls in die Therapie mit einbezogen.

Bei schweren Schluckstörungen ist ggf. das Tragen einer Trachealkanüle notwendig. In diesem Fall bieten wir das Management, sowie die Anleitung der Pflegekräfte zu einem korrekten Umgang mit intensivpflichtigen Patienten an. Das Abtrainieren und das ggf. komplette Entfernen der Trachealkanüle gehört ebenfalls zu den Besonderheiten die wir Schlucktherapeutisch anbieten können.

Redeflussstörungen (Stottern/Poltern)

Dehnungen, Blockierungen und Wiederholungen von Lauten, Silben oder Wörtern kommen bei allen Sprechern vor, können den Redefluss aber massiv beeinträchtigen, wenn sie häufig und spannungsvoll auftreten.

Beim Versuch, die Symptome zu kontrollieren, entstehen meist noch mehr Folgeprobleme wie Anspannungen, Mitbewegungen, Vermeiden von Wörtern oder Situationen bis zum sozialen Rückzug. Daher sind Akzeptanz des Stotterns und Abbau von Vermeidungsverhalten zunächst wichtige Therapieziele.

Durch differenzierte Wahrnehmung der Symptomatik und Einüben verschiedener Techniken kann das Sprechen allmählich flüssiger gestaltet werden. Ein vollständiges Verschwinden der Redeflussstörung ist bei Erwachsenen nicht zu erwarten, jedoch kann die Rückkehr zum ursprünglich lockeren Stottern und ein leichterer Umgang die Problematik deutlich entspannen.

Stimmstörungen (Dysphonien)

Stimmstörungen äußern sich in Klangauffälligkeiten wie ständiger Heiserkeit, Missempfindungen beim Sprechen oder Stimmausfall in Belastungssituationen. Dabei können organische Veränderungen wie Stimmlippenknötchen oder -lähmungen vorliegen, häufiger sind aber reine Fehlspannungen der stimmgebenden Muskulatur die Ursache.

Hauptziel der Therapie ist daher, die verlorene Muskelbalance wiederherzustellen, um eine klangvolle und belastbare Stimmgebung zu ermöglichen.

Neben speziellen Stimmübungen beziehen wir dabei stets Ganzkörperspannung, Atmung, Artikulation und die differenzierte Wahrnehmung der Stimme durch Hören und Fühlen ein. Individuelle Beratung und Abstimmung der Therapieinhalte führen allmählich zur Umsetzung des Erfahrenen im Alltag und zur notwendigen Änderung des Stimmverhaltens.

Menschen in Sprechberufen oder Interessierten bieten wir auch Einzelstunden in Stimmbildung und Sprecherziehung, um Stimmstörungen vorzubeugen und die Leistungsfähigkeit zu verbessern.